Montag, 27. September 2010

Die Depressionen der Freunde Gottes

In den letzten Wochen habe ich wegen der Texte dieses Blogs über meine eigenen Depressionen mit drei lieben Glaubensgeschwistern telefoniert, die mich anriefen, weil sie als Christen gerade jetzt in tiefen Depressionen stecken. Ein Telefonat steht noch aus. Wenn man im Internet das Thema "Christ und Depression" googelt findet man nicht sehr viel. Mit einer Reihe anderer depressiver Christen stehe oder stand ich im email-Kontakt. Im Depressionsforum treiben sich auch viele Christen herum und schreiben über ihre Krankheit - wenn sie denn könnnen und Kraft dazu haben.
In den Gemeinden scheint es nicht viel Hilfe für "unsere Art" von Nachfolgern des Herrn Jesus zu geben. Die Not ist groß und ich glaube man steht eher hilflos der Krankheit gegenüber und kommt vielfach über ein aufmunterndes "Kopf hoch - es wird schon wieder" nicht hinaus. Fachmännische/frauliche Seelsorge? Mangelware!
Und wenn man dann noch das Gefühl hat von Gott verlassen und gestraft zu sein? Das kommt in besten Glaubenskreisen vor. Auch Selbstmordgedanken. Vielleicht hilft so Einigen der Gedanke: Du bist nicht allein mit Deinem Leid. Du bist nicht der Einzige, dem es so ergeht.
Hier eine Auswahl der "Freunde Gottes" aus unserem geliebten Buch, welche unser Schicksal manchmal teilten.

Von David
Ps 69,2    O Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele! Ich versinke in tiefem Schlamm und habe keinen Stand, ich bin in tiefes Wasser geraten, und die Flut will mich überströmen; ich bin müde von meinem Schreien, meine Kehle ist vertrocknet, ich habe mir die Augen ausgeweint im Harren auf meinen Gott.

Von Jeremia
Kla 3,1    Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns. Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht. Nur gegen mich kehrt er immer wieder den ganzen Tag seine Hand. Er hat mein Fleisch und meine Haut verschlungen und meine Knochen zermalmt. Er hat rings um mich her Gift und Drangsal aufgebaut. In dunkeln Höhlen läßt er mich wohnen wie längst Verstorbene. Er hat mich eingemauert, daß ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert. Ob ich auch schreie und rufe, verstopft er doch die Ohren vor meinem Gebet. Quadersteine legt er mir in den Weg, krümmt meine Pfade. Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht. Er hat mich auf Abwege gebracht, ist über mich hergefallen und hat mich arg zugerichtet. Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeile zum Ziel gesetzt. Er hat mir seines Köchers Söhne in die Nieren gejagt. Ich bin allem Volk zum Gelächter geworden, ihr Liedlein den ganzen Tag. Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt. Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt. Und du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich des Glückes vergaß. Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, meine Hoffnung auf den HERRN. Sei eingedenk meines Elends, meiner Verfolgung, des Wermuts und des Gifts! Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt! Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen: Gnadenbeweise des HERRN sind's, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!

Eine Unterweisung Hemans, des Esrachiten.
Ps 88,2    o HERR, Gott meines Heils, ich schreie Tag und Nacht vor dir! Laß mein Gebet vor dich kommen, neige dein Ohr zu meinem Flehen; denn meine Seele ist der Leiden satt, und mein Lebenslauf neigt sich dem Totenreiche zu. Ich werde schon zu denen gerechnet, die ins Grab sinken, bin geworden wie ein kraftloser Mann.  Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, die im Grabe ruhen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgeschnitten sind. Du hast mich in die unterste Grube gelegt, in die Finsternis, in die Tiefe.  Auf mir lastet dein Grimm, und du bedrängst mich mit allen deinen Wogen. - (Pause.) Du hast alle meine Bekannten von mir entfernt, hast mich ihnen zum Abscheu gemacht; ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. Mein Auge ist verschmachtet vor Elend; ich habe dich, HERR, täglich angerufen, meine Hände nach dir ausgestreckt. Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Schatten auferstehen und dich preisen? - (Pause.) Wird man im Grabe deine Gnade verkündigen, deine Wahrheit im Abgrund? Werden deine Wunder in der Finsternis bekanntgemacht, deine Gerechtigkeit im Lande der Vergessenheit?  Und doch habe ich zu dir, HERR, geschrieen, und am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen. Warum, HERR, verwirfst du denn meine Seele und verbirgst dein Angesicht vor mir? Von Jugend auf bin ich elend und siech, trage deine Schrecken und weiß mir keinen Rat. Deine Zorngerichte sind über mich ergangen, deine Schrecknisse haben mich gänzlich vernichtet. Sie umgaben mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringten mich allzumal. Du hast Freunde und Gefährten von mir getan; meine Bekannten sind Finsternis.

Von Jesus
Mk 14,33   Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet!

Hebr 5,7    Und er hat in den Tagen seines Fleisches Bitten und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tode retten konnte, und ist auch erhört [und befreit] worden von dem Zagen.


von Paulus
2Kor 1,8    Denn wir wollen euch, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, daß wir übermäßig schwer zu tragen hatten, über Vermögen, so daß wir selbst am Leben verzweifelten;

von Elia
1Kö 19,4    Er aber ging hin in die Wüste, eine Tagereise weit, kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und erbat sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, meine Seele; denn ich bin nicht besser als meine Väter!

von Hiob
Hi 2,12    Und als sie von ferne ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht mehr. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten; und sie zerrissen ein jeder sein Kleid und sprengten Staub über ihre Häupter gen Himmel.  Dann setzten sie sich zu ihm auf den Erdboden sieben Tage und sieben Nächte lang, und keiner redete ein Wort zu ihm; denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war. Darnach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte den Tag seiner Geburt.

Und wie ist die Geschichte bei diesen Freunden Gottes ausgegangen?
Sehr sehr gut! Das Ende war die Herrlichkeit, der Trost, die Freude und Wiederherstellung, selbst wenn mancher als Märtyrer starb. Bei Gott gibt es ein Happy End wenn wir uns einfach nur an IHN klammern....
Am Ende wird Alles gut!

1 Kommentar:

  1. Danke Ralle für den Beitrag, ja das stimmt, egal was kommt, immer an Jesus klammern, auch wenn wir bis zum Hals im Sumpf stecken, gehn wir doch nicht unter, Jesus ist und bleibt unsere Rettung.

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